VMware Alternative: Warum Microsoft die ideale und kosteneffiziente Ablösung ist

Das Wichtigste in Kürze
- Seit der Broadcom-Übernahme wurden Perpetual-Lizenzen abgeschafft, VMware wird jetzt im Abomodell pro Core lizenziert, teils mit Mindestanforderungen von 72 Cores
- Viele Unternehmen suchen deshalb aktuell aus kommerziellen, nicht technischen Gründen nach einer VMware Alternative
- Microsoft bietet drei mögliche Wege: Hyper-V (direkt in Windows Server integriert), Azure Local (lokale Hardware mit Cloud-Verwaltung über Azure Arc) und die vollständige Migration in die Azure Cloud
- Hyper-V eignet sich vor allem für kleinere bis mittlere, bereits Microsoft-basierte Umgebungen
- Azure Local passt, wenn Daten vor Ort bleiben müssen, aber Cloud-Verwaltung gewünscht ist
- Fünf-Schritte-Migration: Bestandsaufnahme, Zielarchitektur festlegen, Pilotmigration, schrittweiser Rollout, Lizenzbereinigung
- Realistische Zeitachse für eine Migration liegt oft bei mehreren Monaten, eine Pilotphase reduziert das Risiko unerwarteter Betriebsunterbrechungen deutlich
Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom ist Bewegung in den Virtualisierungsmarkt gekommen. Klassische Perpetual-Lizenzen wurden abgeschafft, die Lizenzierung erfolgt nun im Abomodell pro Core mit einem Minimum von 16 Cores pro CPU. Eine 2025 angekündigte Mindestabnahme von 72 Cores pro Bestellung wurde nach massiver Kritik zwar wieder zurückgezogen, dennoch bedeutet die neue Lizenzierung für zahlreiche Unternehmen spürbar höhere Kosten und eine veränderte Vertragslogik. Entsprechend suchen aktuell viele IT-Verantwortliche gezielt nach einer VMware Alternative. Als Baggenstos beschäftigen wir uns intensiv mit Microsoft-basierten Virtualisierungslösungen, in diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum Microsoft mit Hyper-V und Azure Local eine naheliegende Ablösung ist und wie eine Migration in der Praxis gelingt.
Warum Unternehmen jetzt nach einer VMware Alternative suchen
Der Auslöser für die aktuelle Wechselbereitschaft ist meist nicht technischer, sondern kommerzieller Natur. Mit der Umstellung auf Abo-Lizenzen und der Bündelung in grössere Paketstufen zahlen viele Unternehmen für Funktionen, die sie gar nicht benötigen, gleichzeitig steigen die Gesamtkosten oft deutlich. Hinzu kommt eine wachsende strategische Unsicherheit: Wer stark von einem einzelnen Hersteller abhängig ist, möchte diese Abhängigkeit angesichts der veränderten Vertragsbedingungen reduzieren. Die VMware Lizenzierung ist damit für viele Unternehmen zum Auslöser geworden, die eigene Virtualisierungsstrategie grundsätzlich zu überdenken.
Diese Optionen gibt es grundsätzlich als VMware Alternative
Am Markt haben sich mehrere Kategorien von Alternativen etabliert: Microsoft-basierte Lösungen wie Hyper-V und Azure Local, Open-Source-Plattformen wie Proxmox VE, spezialisierte Hyperconverged-Infrastructure-Anbieter wie Nutanix AHV sowie Cloud-native Plattformen wie Red Hat OpenShift Virtualization. Welche Option sinnvoll ist, hängt stark vom bestehenden Technologie-Stack, dem vorhandenen Know-how im Team und der gewünschten Zielarchitektur ab. Dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf die Microsoft-basierten Optionen, da sie sich besonders nahtlos in eine bestehende Windows-Server- und Azure-Umgebung einfügen, ohne dass Unternehmen komplett neues Betriebs-Know-how aufbauen müssen.
Microsoft Hyper-V als direkte VMware Alternative
Hyper-V ist als Rolle direkt in Windows Server integriert und damit für viele Unternehmen bereits vorhanden, ohne dass eine separate Lizenz erforderlich ist. Die Verwaltung erfolgt über den Windows Admin Center oder Failover Cluster Manager, Werkzeuge, die IT-Teams mit Windows-Server-Erfahrung meist bereits kennen. Für Unternehmen mit kleineren bis mittleren Virtualisierungsumgebungen, die stark auf den Microsoft-Stack setzen, ist Hyper-V damit eine pragmatische und kosteneffiziente VMware Alternative.
Azure Local als moderne VMware Alternative mit Cloud-Anbindung
Wer zusätzlich zur reinen Virtualisierung eine moderne, cloudbasierte Verwaltung sucht, findet in Azure Local eine weitergehende Option. Als Hypervisor kommt auch bei Azure Local Microsoft Hyper-V zum Einsatz, Azure Local baut also technisch direkt darauf auf, statt eine eigenständige Alternative daneben zu sein. Azure Local betreibt Workloads weiterhin lokal im eigenen Rechenzentrum, verwaltet sie aber über dieselbe Azure-Oberfläche wie Cloud-Ressourcen, gesteuert über Azure Arc. Wie diese Architektur im Detail funktioniert und für welche Anwendungsfälle sie sich eignet, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Azure Local: On-Premises Modernisierung mit Cloud-Technologie. Bei der Einführung von Azure Local begleiten wir Sie von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb.
Migration in die Azure Cloud als weitere Option
Nicht jedes Unternehmen möchte langfristig eigene Hardware betreiben. Für Workloads, die sich grundsätzlich für die Public Cloud eignen, bietet sich eine vollständige Migration nach Azure an. Mit Werkzeugen wie Azure Migrate lassen sich bestehende VMware-VMs bewerten und schrittweise in die Azure-Cloud überführen, ohne dass Anwendungen von Grund auf neu aufgebaut werden müssen. Mehr zu unserem Leistungsangebot rund um Cloud-Migrationen finden Sie bei Microsoft Azure sowie in unseren Cloud-Infrastruktur-Lösungen.
Welche Microsoft-Option zu welchem Szenario passt
Die folgende Übersicht ordnet die drei Optionen groben Anwendungsfällen zu:
Diese Vorteile bietet der Wechsel zu Microsoft
- Bestehende Investitionen nutzen: Unternehmen, die bereits Windows Server oder Azure einsetzen, bauen auf vorhandenem Know-how auf, statt eine komplett neue Plattform zu erlernen.
- Zentrale und hybride Verwaltung: Azure Arc und Windows Admin Center ermöglichen die zentrale Verwaltung und Überwachung von lokalen, hybriden und cloudbasierten Windows-Server-Ressourcen.
- Bestehende Lizenzvorteile nutzen: Je nach Vertrag können vorhandene Windows-Server-Lizenzen, Software Assurance und Azure Hybrid Benefit in die Zielarchitektur einbezogen werden.
- Reduzierte Herstellerabhängigkeit: Unternehmen, die bereits auf Microsoft-Technologien setzen, können Virtualisierung, Serverbetrieb und hybrides Management stärker innerhalb eines etablierten Ökosystems bündeln.
- Schrittweise Migration: Geeignete Workloads können priorisiert und etappenweise auf die neue Plattform überführt werden, anstatt die gesamte Umgebung auf einmal zu migrieren.
So gelingt die VMware Migration zu Microsoft in der Praxis
Eine Migration sollte strukturiert statt überstürzt angegangen werden:
- Bestandsaufnahme: Analyse der VMware-Workloads, Abhängigkeiten, Ressourcenanforderungen, Netzwerk- und Storage-Konfigurationen, Backup-Prozesse, Integrationen und Lizenzverträge.
- Zielarchitektur festlegen: Bewertung, ob Hyper-V, Azure Local, Azure oder eine hybride Architektur die passende Zielplattform ist.
- Pilotmigration: Durchführung mit repräsentativen, nicht geschäftskritischen Workloads.
- Schrittweiser Rollout: Migration in definierten Migrationsphasen inklusive Validierung und Rückfallplan.
- Stabilisierung und Optimierung: Prüfung von Betrieb, Datensicherung und Notfallprozessen sowie Bereinigung nicht mehr benötigter VMware-Lizenzen.
Die Dauer einer Migration hängt weniger von der Unternehmensgrösse als von der Anzahl und Komplexität der Workloads, ihren Abhängigkeiten sowie den Anforderungen an Tests, Verfügbarkeit und Compliance ab. Eine strukturierte Migration in kontrollierten Wellen reduziert das Risiko ungeplanter Betriebsunterbrechungen.
Diese Rolle spielt Baggenstos bei Ihrer VMware Migration
Als Microsoft Solutions Partner begleiten wir Unternehmen von der ersten Bestandsaufnahme und der Wahl der passenden Zielarchitektur bis zur Migration und zum laufenden Betrieb der neuen Virtualisierungsumgebung. Dabei berücksichtigen wir sowohl lokale Plattformen wie Hyper-V und Azure Local als auch eine Verlagerung nach Azure oder eine hybride Architektur. Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt von den bestehenden Workloads, den technischen und betrieblichen Anforderungen sowie der langfristigen IT-Strategie ab. Einen Einblick in bereits umgesetzte Projekte finden Sie in unseren Referenzen.
Fazit
Die veränderte VMware-Lizenzierung nach der Broadcom-Übernahme ist für viele Unternehmen ein Anlass, die eigene Virtualisierungsstrategie zu überprüfen. Mit Hyper-V, Azure Local, Azure und hybriden Architekturen bietet Microsoft verschiedene Optionen für unterschiedliche Anforderungen. Welche Zielplattform geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Workloads lokal betrieben werden müssen, welche sich für die Cloud eignen und wie stark bestehende Microsoft-Technologien eingebunden werden sollen.
Sie möchten wissen, welche Microsoft-basierte Zielarchitektur zu Ihrer bestehenden VMware-Umgebung passt? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir beraten Sie gerne bei der Entwicklung Ihrer individuellen Migrationsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Warum wechseln aktuell viele Unternehmen von VMware zu Microsoft?
Auslöser ist meist die veränderte Lizenzierung nach der Broadcom-Übernahme, mit Abomodellen pro Core und teils hohen Mindestanforderungen. Microsoft-basierte Lösungen bieten sich vor allem dann an, wenn im Unternehmen bereits Windows Server oder Microsoft 365 im Einsatz ist.
Ist Hyper-V eine vollwertige VMware Alternative?
Für viele kleinere bis mittlere Virtualisierungsumgebungen ja. Hyper-V deckt die gängigen Anforderungen an Virtualisierung ab und lässt sich über bekannte Microsoft-Werkzeuge verwalten. Bei sehr komplexen Enterprise-Anforderungen lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Azure Local.
Wie viel lässt sich durch einen Wechsel von VMware sparen?
Das hängt stark von der bisherigen Lizenzgrösse und dem gewählten Microsoft-Modell ab. Da insbesondere die neuen Mindestanforderungen pro Core kleinere und mittlere Umgebungen überproportional stark treffen, lohnt sich für diese Unternehmen häufig ein konkreter Kostenvergleich.
Wie läuft eine VMware Migration ab?
Eine strukturierte Migration umfasst Bestandsaufnahme, Festlegung der Zielarchitektur, eine Pilotmigration mit unkritischen Workloads, den schrittweisen Rollout produktiver Systeme sowie eine abschliessende Lizenzbereinigung und Optimierung.
Kann ich bestehende VMware-VMs einfach zu Hyper-V oder Azure Local übernehmen?
Bestehende virtuelle Maschinen lassen sich in der Regel konvertieren und übernehmen, der Aufwand hängt aber von Konfiguration, Betriebssystem und eingesetzten VMware-spezifischen Funktionen ab. Eine vorherige Bestandsaufnahme zeigt, wo Anpassungen nötig sind.
Was hat sich bei der VMware Lizenzierung durch Broadcom konkret geändert?
Perpetual-Lizenzen wurden abgeschafft, die Lizenzierung erfolgt jetzt im Abomodell pro Core mit einem Minimum von 16 Cores pro CPU. Eine 2025 angekündigte Mindestabnahme von 72 Cores pro Bestellung wurde nach massiver Kritik zurückgezogen. Für viele Unternehmen bedeutet die neue Lizenzierung dennoch eine grundlegend andere Kostenstruktur als zuvor.













