Eine Woche voller KI-Webinare: Die Microsoft Cloud & AI Frontier Week

Das Wichtigste in Kürze
- KI-Agenten: Vom Pilotprojekt zur produktiven Nutzung
- Warum Datenqualität und Governance entscheidend sind
- Microsoft Foundry, Fabric und MCP-Konnektoren einfach erklärt
- Vier Schritte für den erfolgreichen Einstieg in die Agentenökonomie
- Business-Nutzen statt technischer Kennzahlen messen
Wie wirken sich agentische Systeme aufs Business aus? Die Microsoft Cloud & AI Frontier Week lieferte Antworten.
Nach und nach überwinden Unternehmen die KI-Phasen Neugier und Experimentieren und kommen zur Umsetzung. Zwar verhalten, doch erste Beispiele, die Microsoft in den Präsentationen zeigte, lassen erahnen, wohin die Reise geht.
Mit einem Gäste-Bot etwa, der Fragen beantwortet oder im Energiesektor für bessere Wetter- und Produktionsprognosen sorgt. Ebenso reduzieren KI-Agenten bereits die zunehmende Administration in einem schwer regulierten Markt. Mitarbeitende gewinnen mehr Zeit für die echten Kundenfragen. Bei einer Bank in Deutschland und einem Reifenhersteller in Frankreich steht jedem Mitarbeitenden ein digitaler Assistent zur Seite, der sich des gesamten Unternehmenswissens bedient.
Warum viele KI-Initiativen nicht über die Testphase hinauskommen
Sogenannte Frontier Firms sind bereits einen Schritt weiter: Sie entwickeln Geschäftsprozesse, die tief in KI integriert sind und auf einer vertrauenswürdigen Datenbasis aufbauen. Dabei steht nicht mehr die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern der messbare Geschäftsnutzen.
Gerade in Europa stehen Unternehmen jedoch vor grossen Herausforderungen. Regulatorische Anforderungen, die Bewertung von KI-Modellen sowie deren wirtschaftliche Skalierung erschweren den Weg in den produktiven Einsatz. Hinzu kommt ein weit verbreitetes Phänomen: die Pilotprojekt-Lähmung. Viele KI-Initiativen bleiben in der Testphase stecken, weil der konkrete Mehrwert nicht nachgewiesen werden kann.
Microsoft empfiehlt deshalb einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Daten, Anwendungen, KI und Sicherheit eng zusammenspielen. Mit Lösungen wie Microsoft Fabric und OneLake für die Datenplattform, Azure für Anwendungen und Microsoft Foundry für die Entwicklung von KI-Lösungen entsteht eine Grundlage, um KI nachhaltig und sicher im Unternehmen zu verankern.
Besonders spannend ist Microsoft Foundry: Unternehmen können auf Tausende von KI-Modellen zugreifen und diese über standardisierte Schnittstellen flexibel einsetzen. Vorgefertigte Konnektoren erleichtern zudem die Anbindung bestehender Systeme. Dank Open-Source-Komponenten bleibt die technologische Souveränität erhalten, sodass Unternehmen eigene KI-Agenten auch in einer On-Premises-Umgebung betreiben können.
Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt dabei nicht allein in der Technologie, sondern in einer klaren Strategie, einer soliden Datenbasis und dem Fokus auf messbaren Business Impact. Nur so wird aus einem KI-Pilotprojekt eine nachhaltige Innovation.
Tipps zum Start in die agentische Zukunft
Vier Schritte braucht es zum Start:
- Vereinheitliche deine Daten: Führe alle Daten in einer einzigen Analyseplattform zusammen (OneLake, Fabric, Foundry). Nutze WorkIQ (Arbeitsdaten) und FabricIQ (semantischer Business-Kontext).
- Baue für die Intent-/Agentenökonomie: Mache Daten, Services und Anwendungen maschinenlesbar.
- Investiere in KI-Kompetenzen der Mitarbeitenden: Jeder Mensch braucht einen KI-Assistenten, so wie jeder Prozess einen KI-Agenten braucht.
- Priorisiere Vertrauen, Governance und Sicherheit: Beziehe Recht, Compliance und Risk früh ein. Grundsätze für verantwortungsvolle KI ermöglichen Adoption.
Für Renato Petrillo von Baggenstos geht es in einem ersten Schritt vor allem um eine klare Auslegeordnung mit Blick auf Mensch und Business. «Was erwarten KMU von der KI und ihren Agenten, wo sind Kundenprozesse betroffen, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit konkret – ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren?» Denn bei KI-Agenten gehe es nicht um den günstigen Ersatz von Menschen, sondern um bessere kundenzentrierte Prozesse: «Business wird von Menschen für Menschen gemacht.»
Henrique Moniz de Aragão, Head of Cloud & AI, Enterprise Commercial, UK, Microsoft, wandte sich zum Schluss mit einer unmissverständlichen Botschaft ans Publikum und an die europäische (damit auch schweizerische) Wirtschaft: «Lass Vorsicht nicht in Stillstand umschlagen».
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