So reift die KI in Schweizer KMU

Das Wichtigste in Kürze
- 43 % der befragten KMU verzeichnen Einzelinitiativen von Mitarbeitenden. 22 % setzen erste KI-Lösungen gezielt ein, 12 % nutzen sie bereits in mehreren Teams oder Prozessen.
- Den grössten Nutzen erwarten die Befragten von der Automatisierung von Routineaufgaben und einer höheren Produktivität.
- Datenschutz, Informationssicherheit, die Integration in bestehende Systeme und fehlendes internes Know-how bremsen den breiteren KI-Einsatz.
Eine Umfrage von Baggenstos unter den eigenen Kunden zeigt Tendenzen der KI-Adoption auf. KMU suchen noch nach den richtigen Anwendungen und arbeiten an den Grundlagen der KI-Strategie. Dabei stossen sie auf einige Herausforderungen.
Schweizer KMU sehen den KI-Einsatz ganz pragmatisch und bereiten ihn gewissenhaft vor. Das ergibt eine neue Umfrage unter Kunden der Schweizer IT-Infrastrukturanbieterin Baggenstos, spezialisiert auf Microsoft-Technologien. Sie zeichnet ein klares Bild und «beschreibt einen Trend für die gesamte KMU-Landschaft», sagt CSO Ivo Gonzenbach. Zusammengefasst: «Unsere KMU sind nüchtern auf Mehrwerte aus», ergänzt er. Die Umfrageergebnisse deckten sich mit den Erfahrungen an der Kundenfront, spiegelten sich in Projekten und Beratungsgesprächen mit Neukunden. «Microsoft Copilot ist erst der Anfang.»
Vom Einzelversuch zur KI-Strategie
Die Mehrheit der KMU steht beim KI-Einsatz noch am Anfang. Zwar ist die Offenheit gross, doch KI wird häufig noch nicht systematisch eingesetzt und eine unternehmensweite Strategie fehlt. Technologische Fragen stehen dabei weniger im Vordergrund, was auf ein grundsätzliches Vertrauen in die Technologie hindeutet. Klärungsbedarf besteht vor allem bei geeigneten Geschäftsprozessen und Anwendungsfällen, beim Datenschutz, bei der Risikobewertung und beim messbaren Nutzen. Auch die Integration in bestehende Systeme bleibt für viele anspruchsvoll.
Die befragten Unternehmen haben gleichzeitig hohe Erwartungen an die neue digitale Arbeitskraft. Sie soll eine höhere Produktivität bringen (20 %), repetitive Tätigkeiten automatisieren (23 %), die Informationsbeschaffung beschleunigen (15 %), Daten besser analysieren (11 %) und so bessere Entscheidungsgrundlagen liefern. Auffällig: Längst geht es den KMU nicht mehr um Texte oder Präsentationen. Und auch nicht um Kosteneinsparungen.
«Den grössten wirtschaftlichen Nutzen sehen sie in der Optimierung vollständiger Geschäftsprozesse», sagt Baggenstos-CEO Renato Petrillo. «Gleichzeitig steigt das Interesse an AI Agents, Automatisierungslösungen und datengetriebenen Entscheidungsprozessen.»
Während in der Vergangenheit häufig die Erstellung von Texten oder Präsentationen im Fokus stand, rückt heute die Optimierung ganzer Geschäftsprozesse in den Vordergrund. Genau hier entsteht derzeit der grösste wirtschaftliche Nutzen.
Datenschutz und Sicherheit bleiben zentrale Hürden
Aus der Umfrage ergibt sich auch, dass die Themen Datenschutz und Informationssicherheit einen hohen Stellenwert einnehmen. Dass eine unkontrollierte Nutzung der KI erhebliche Risiken mit sich bringt – diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt. Trotzdem fehlt vielen KMU noch das interne Know-how. Und: Governance und Security sind derzeit Pflichtstoffe der Transformation zu einem agentischen Arbeitsplatz. Unternehmen haben deshalb vorerst vor allem in AI Readiness investiert. Aus den Umfrageergebnissen lässt sich schliessen: KMU führen keine theoretischen Diskussionen, sondern hinterfragen mögliche Anwendungsfälle und ihre Mehrwerte.
«Die Zeit der Experimente neigt sich dem Ende zu», sagt Renato Petrillo. «Nun beginnt die Phase der produktiven Nutzung.»
KMU benötigen Begleitung
CSO Ivo Gonzenbach zieht einen Schluss aus der Kundenumfrage:
«Die Herausforderungen bei der Transformation klassischer Arbeitsumgebungen hin zu agentisch geprägten liegen vor allem darin, verborgene Schätze zu heben.»
Das könnten KMU nicht alleine. Sie bräuchten einen Partner an ihrer Seite, der aus Erfahrung mit vielen anderen KI-Projekten weiss, wie das Business Mehrwerte aus der KI-Einführung schöpfen kann.
«Ohne Datenschutz und Compliance zu beeinträchtigen», fügt Gonzenbach an.
Beratung und Dienstleistungen von Baggenstos umfassen deshalb ein modulares Set aller Elemente einer KI-Einführung, von Data Labeling bis Purview, von Copilot in allen Ausprägungen bis zu KI-gesteuerter Sicherheit auf Netzwerk- und Mitarbeitendenebene.
Kernaussage der Umfrage
Weiterführende Links
Cloud Consulting Schweiz: Strategie, Architektur & Readiness Assessments für Unternehmen
Microsoft Copilot für Unternehmen: Sichere Einführung von Microsoft AI
Umfassende Compliance und Datensicherheit mit Microsoft Purview
Proaktiver Schutz vor unbekannten Cyberangriffen mit der innovativen Darktrace Security
Häufig gestellte Fragen
Werden Kundendaten für das Training der KI-Modelle verwendet?
Nein. Prompts und Antworten werden nicht zum Training der zugrunde liegenden Sprachmodelle verwendet und bleiben innerhalb der vertraglich zugesicherten Microsoft-365-Compliance-Grenzen.
Gilt Zero Trust auch für KI-Agenten?
Ja. Microsoft wendet dieselben Zero-Trust-Prinzipien wie explizite Überprüfung, geringste Rechte und kontinuierliche Überwachung über Entra Agent ID auch auf KI-Agenten an, da diese als eigene Identitätskategorie ebenfalls Zugriff auf Unternehmensressourcen anfordern können.
Was braucht es für eine erfolgreiche Copilot Einführung?
Neben der technischen Einrichtung braucht es vor allem aktives Change Management, klare organisatorische Ziele, bereinigte Zugriffsrechte sowie eine schrittweise Lizenzstrategie, statt sich allein auf die Technik zu verlassen.
Gibt es eine Testversion von Copilot Business?
Für die vollständige Copilot-Business-Lizenz gibt es keine Testversion. Copilot Chat lässt sich jedoch ohne Zusatzkosten mit einem berechtigenden Microsoft-365-Abonnement ausprobieren.
Welche Daten darf ein Copilot-Studio-Agent nutzen?
Grundsätzlich nur jene Daten, die beim Aufbau des Agenten als Wissensquelle definiert und freigegeben wurden, zusätzlich gelten die ohnehin bestehenden Zugriffsrechte der jeweiligen Nutzerin oder des jeweiligen Nutzers. Über Microsoft Purview lassen sich zusätzliche Schutzmassnahmen für besonders sensible Daten einrichten.
Wie lange dauert eine Copilot Einführung?
Das hängt von der Unternehmensgrösse und dem Zustand der bestehenden Microsoft-365-Umgebung ab. Ein kontrollierter Pilotstart lässt sich oft innerhalb weniger Wochen umsetzen, ein unternehmensweiter Rollout dauert je nach Vorbereitung entsprechend länger.












