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Blog Artikel
01.06.2026
4 Min. Lesezeit

«Die Musik spielt bei den Kunden»

Drei Männer in Baggenstos-Shirts sitzen an einem Holztisch und unterhalten sich in heller Bürolounge mit Innenhofgarten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Renato Petrillo wird neuer CEO von Baggenstos: vorher massgeblich am Aufbau der UMB beteiligt und Head of Customer Services mit 300-köpfigem Team
  • Vision: führender IT-Partner für Schweizer KMU mit Microsoft Cloud-Services, Cybersecurity, KI und Managed Services. IT als Commodity schafft Freiraum für Innovation

Renato «Renny» Petrillo übernimmt die Führung von Baggenstos. Der 41-jährige bringt Führungserfahrung aus der IT-Branche mit: Er war massgeblich am Aufbau der UMB beteiligt und leitete als Head of Customer Services unter anderem ein 300-köpfiges Team.

Renny, du bist auch Fussballtrainer im Juniorenbereich. Ist Baggenstos dein neues Team?

(lacht) Ja, es geht auch als CEO um Talententwicklung, Teamdynamik, Motivation, Führung, Strategie und Taktik sowie den Umgang mit Druck – und am Ende zählt nur das Tor, der Erfolg. Unser Spielfeld bei Baggenstos ist der KMU-Markt, in dem wir Erfolge feiern wollen. Dafür braucht es eine Vision, Führungsstärke und ein gemeinsames Ziel. Das ist auch meine Aufgabe in der Startphase: Das Team inspirieren, damit wir uns gemeinsam entwickeln können.

Renato Petrillo lebt mit seiner Familie im Zürcher Oberland und liebt Sport und Bewegung, «dafür nutze ich fast jede freie Minute». Bewegung entspannt ihn, ob mit Badminton, Klettern, Fussball oder Fitness. So dürfte er wohl auch als CEO weniger die 100-jährige Geschichte verwalten wollen, sondern Baggenstos in einem aktuell herausfordernden Marktumfeld aus einer Position der Stärke heraus auf die nächsten 100 Jahre ausrichten.

Welche Herausforderungen siehst du kurzfristig, welche mittel- und langfristig für Baggenstos?

Eine grosse Herausforderung ist es, gute Arbeitskräfte zu finden: Der "War of Talents" wird uns auch in den nächsten Jahren begleiten. Mittel- und langfristig müssen wir auf die richtigen Services und Technologien setzen und rasch auf Marktveränderungen reagieren können. Da gilt es auch für uns, am Ball zu bleiben. Unser Ziel ist es, bei den Herausforderungen unserer Kunden innovative, skalierbare und hochwertige Lösungen anzubieten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Was ist deine Vision für Baggenstos?

Meine Vision ist es, der führende IT-Partner für Schweizer KMU zu werden. Wir haben uns auf Microsoft Cloud-Services spezialisiert. Dadurch können unsere Kunden im gewohnten Software-Umfeld ihr volles digitales Potenzial entfalten. Und wir reduzieren die IT-Komplexität: So fokussieren Kunden auf ihr Kerngeschäft. Ein grosses Potenzial sehe ich in den Bereichen Cybersecurity, Künstliche Intelligenz und Managed Services. Und selbstverständlich möchten wir auch in den bestehenden Themen Cloud-Plattform, Modern Work und Consulting unsere Kompetenz weiter stärken und ausbauen.

Renato Petrillo ist ein moderner Typus eines CEO, kommunikativ und agil. Türen im Management sind für ihn «überholt», seien sie offen oder geschlossen, stattdessen sei er für Kolleginnen und Kollegen sowie Kunden und Partner jederzeit ansprechbar über alle Kanäle. Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Seinen Führungsstil will er nicht in einer Schublade wissen; er ändere sich situativ.


Bild: Renato Petrillo (neuer CEO, links) mit Michael Kistler (sein Vorgänger)

Was hat dich an Baggenstos gereizt? Immerhin kommst du von einem grossen Unternehmen, das du stark geprägt hast.

Bei meinem vorherigen Arbeitgeber waren wir knapp 900 Kolleginnen und Kollegen – und am meisten gereizt hat mich der Weg wieder zurück zu einem IT-Dienstleister im KMU-Umfeld. Ich bin beeindruckt, welches Know-how und welche Kompetenzen bei Baggenstos vorhanden sind. Zudem finde ich bewundernswert, wie sich Baggenstos in den letzten 100 Jahren geschlagen hat und freue mich, die nächsten 100 Jahre anzugehen.

Dazu muss Baggenstos seine Stärken weiterentwickeln und ergänzen, in einem Marktumfeld, das derzeit von politischem Misstrauen gegenüber Big Tech geprägt ist und von der Frage, ob einen die Cloud nicht doch zu abhängig macht. Seine klare Haltung: Die nötige Agilität in herausforderungsreichen Märkten erhalten KMU nur mit einer Cloud, punktuell vielleicht ergänzt mit lokalen Installationen und mit einem Partner, der sie eng begleitet in der dynamischen Entwicklung.

Muss man diese Diskussionen überhaupt ernst nehmen?

Sicher, aber die wirtschaftliche Realität ist ganz klar: KMU benötigen eine IT-Infrastruktur zu kalkulierbaren Preisen. IT als Commodity schafft Freiraum für bessere Kundenbeziehungen und Innovationen. Darum ist die Cloud auch in Zukunft tonangebend und Microsoft-Technologie bleibt der Standard – zumal das Unternehmen sehr viel unternimmt, um den aktuellen Bedürfnissen nach besseren Prozessen, mehr Datenschutz und -sicherheit entgegenzukommen.

Warum wird es Baggenstos auch in 100 Jahren noch geben?

Weil wir es in den letzten 100 Jahren geschafft haben, vom Schreibmaschinen-Reparaturbetrieb zu einem der führenden Cloud-Service Anbieter zu transformieren. Unsere DNA ist die stetige Veränderung, und das treibt uns auch in Zukunft an, auf neue Technologien und Trends zu setzen, die den Arbeitsalltag unserer Kunden und das Erfüllen von Marktanforderungen vereinfachen. Zudem ist uns die Beziehung und Partnerschaft zu unseren Kunden sehr wichtig, das schätzen und spüren diese. Sie sind mit ihren täglichen Herausforderungen unser wertvollstes Gut, damit wir auch in Zukunft am Ball bleiben.

Zu Renny Petrillo gehört auch als CEO eine grosse Portion Humor – er nimmt sich gerne auf die Schippe und wird aber ganz ernst, wenn es um die Kunden geht. Diese stehen bei ihm in jeder Minute im Zentrum seines Handelns, getreu seinem Leitsatz, 20 Minuten des Handelns seien wertvoller als 20 Stunden des Nachdenkens darüber. Entsprechend mag er Meetings ohne Agenda und klares Ziel nicht.

Dafür hast du ja jetzt Microsoft 365 Copilot – der regelt Traktanden und Protokolle für dich?

Ja, klar. Auch meine Antworten in diesem Interview kommen von der KI (lacht). Im Ernst: Meiner Meinung nach ist bei vielen noch nicht angekommen, welche Möglichkeiten sich durch die KI bieten. Ich bin überzeugt, dass wir den Einfluss auf uns und unsere Arbeit heute noch unterschätzen. Daher versuche ich bereits jetzt, KI im Alltag zu nutzen, um mir die Arbeit zu erleichtern und Kunden besser beraten zu können.

Interview und Text von Bruno Habegger

Fotos von Katia Troxler

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